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Gartenbewässerung ist für viele ein leidiges Thema – besonders in Zeiten von so heißen und trockenen Sommern wie dem letzten. Da wird immer wieder die viele Arbeit beklagt, die das Gießen macht und dass die Regentonnen schon wieder leer sind. Und dann ist da noch die Frage, wie wir unseren Garten bewässern können, wenn wir nachhaltig gärtnern und Wasser sparen wollen.

Angesichts der Verbote der letzten Zeit, mit Trinkwasser den Garten zu gießen, kommt langsam vielleicht auch in der breiten Bevölkerung an, dass wir andere Lösungen brauchen, als das wertvolle Trinkwasser auf unseren Rasen zu gießen. Das ist nämlich auch unabhängig von irgendwelchen Verboten absolut keine nachhaltige oder zukunftsfähige Lösung für die Gartenbewässerung.

Die Herausforderung alternativer Lösungen ist meist, dass wir vorausschauend gärtnern und immer wieder das Wassermanagement in unserem Garten im Blick behalten müssen. Als mir die Idee zu diesem Blogartikel kam, regnete es in Strömen – seit Tagen und Wochen. Der Frühling war so nass. An Gießen war nicht zu denken. Und doch war das genau der richtige Moment, sich nochmal intensiv Gedanken um die Bewässerung des Gartens zu machen.
Am besten beginnst du mit diesen Überlegungen schon beim Anlegen deines Gartens. Oder eben spätestens, wenn es mal wieder so richtig regnet. Denn dann kannst du diesen wertvollen Regen auffangen und das Wasser später verwenden, wenn du es brauchst.

Die Umgestaltung des Gartens und des Gärtnerns zum wassersparenden Garten ist zwar zunächst eine Umstellung der Gewohnheiten – weg von Hahn aufdrehen, Wasser kommt – aber letztendlich lohnend aus ökologischer wie ökonomischer Sicht.

Warum gibt es keinen Garten ohne gießen?

Vielleicht fragst du dich auch manchmal: Warum müssen wir überhaupt so viel gießen? Kann die Natur das nicht selber regeln?

Die Antwort ist ein klares Jein

  1. Ja, die Natur kann einiges alleine regeln, z.B. indem an trockenen Standorten eben Pflanzen wachsen, die mit wenig Wasser auskommen. Unsere Gemüsepflanzen (und auch viele Zierpflanzen) gehören nur leider nicht unbedingt dazu.
  2. Durch die massive Flächenversiegelung durch uns Menschen gelangt sehr viel Regenwasser gar nicht in den Boden, sondern in die Kanalisation. Der Boden wäre ein toller Wasserspeicher, wenn das Wasser dorthin gelänge.
  3. Auch extreme Trockenheit und Hitze sind durch den Klimawandel menschengemacht. Unsere Vegetation muss sich da erst langsam anpassen (siehe 1.).
  4. “Falsches” Gießen und schlechte Bodenpflege führen dazu, dass wir besonders häufig gießen müssen.

Schauen wir uns also die unterschiedlichen Aspekte des Problems mit dem Gießen und der Wasserversorgung im Garten genauer an.

Insbesondere unsere Gemüsepflanzen benötigen eine ausreichende Wasserversorgung. Selbst wenn viele Gemüse mit wenig Wasser nicht eingehen, tragen sie doch deutlich weniger, als wenn ihnen ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Aber auch all die weiteren Pflanzen im Garten benötigen eine für sie optimale Wasserversorgung.

Das lässt sich am besten durch eine ganzheitliche Betrachtung des Themas Gartenbewässerung schaffen. Es ist eben nicht damit getan, einfach nur eine einzelne Regentonne aufzustellen. Es braucht ein Konzept, wo das Wasser zum Gießen herkommt (außer aus der Leitung), wo es gespeichert wird und wie es unsere Pflanzen dann so effektiv wie möglich versorgt.
Das klingt erst einmal total abstrakt. Wenn wir uns die einzelnen Punkte gleich genauer ansehen, sind das aber ganz praktische Überlegungen.

Mit solch einem ganzheitliche Konzept der Wasserversorgung in unserem Garten müssen wir nicht nur mehr weniger gießen, sondern machen auch einen großen Schritt hin zu einem naturnäheren Gärtnern.

Also was können wir tun?

Standortangepasste und trockenheitsverträgliche Pflanzen

So wie sich in der Natur an trockenen Standorten besonders trockenheitsverträgliche Pflanzen ansiedeln, können wir auch ganz gezielt solche Pflanzen in unseren Gärten einsetzen und so unseren Wasserverbrauch im Garten deutlich senken.

Ein Schritt kann sein, einen Teil des Rasens, der ja sehr gießintensiv ist, zu ersetzen.

Ideen für Alternativen zu Rasen für weniger gießen sind:

Diese Möglichkeiten lassen sich gut kombinieren, indem sie an unterschiedlichen Stellen des Garten umgesetzt werden. Ein Beet oder eine Magerwiese am Rand des Rasens oder zwischen verschiedenen Gartenbereichen können die Rasenfläche schön einrahmen und als harmonische Trennung der Bereiche dienen. Die Bodendecker können zum Beispiel als blühende Inseln im Rasen oder zur Einfassung anderer (Gemüse-) Beete eingesetzt werden.

Auch in den übrigen Beeten kannst du nach und nach gießintensive Pflanzen durch trockenheitsverträglichere Pflanzen ersetzen. Eine Auswahl an Pflanzen für trockene Standorte* findest du zum Beispiel hier.

Gießen mit Regenwasser

Eigentlich ist der Boden ein riesiger Wasserspeicher. Wenn es regnet, versickert das Wasser im Boden und wird dort gespeichert. Wenn es eine Weile nicht regnet, können sich die Pflanzen mit ihren Wurzeln weiterhin über dieses im Boden gespeicherte Wasser versorgen.

Da das Regenwasser in unseren Breiten aber aufgrund der massiven Flächenversieglung nur schlecht versickern und im Boden gespeichert werden kann, müssen wir die Speicherung des Regenwassers übernehmen. Somit ist die nachhaltigste Art zu gießen, Regenwasser aufzufangen, zu speichern und dann zum Gießen zu verwenden, wenn es nicht ausreichend regnet.
Zum Auffangen von Regenwasser eignet sich jede Fläche, wo das Wasser nicht auf natürlichem Wege in den Boden gelangen kann.

Das sind Möglichkeiten, Regenwasser in deinem Garten aufzufangen und zu speichern:

Gießen, Pflanzen, Mulchen: Die Grundlagen einer wassersparenden Gartenbewässerung

Auch im Gemüsebeet, wo wir nicht unbedingt trockenheitstolerante Pflanzen auswählen können, können wir einiges tun, um weniger gießen zu müssen. Dazu gehört eine gute Pflanzmethode, das richtige Gießen, sowie eine gute Pflege des Bodens.

Richtiges Pflanzen für eine gute Wasserversorgung deiner Pflanzen.

Auch beim Auspflanzen ins Beet kannst du etwas für deinen wassersparenden Garten tun.

  1. Wässere die Pflanzen vor dem Auspflanzen gut. So starten sie gut versorgt ins Beet und müssen nach dem Pflanzen nicht so häufig gegossen werden.
  2. Gieße die ausgepflanzten Pflanzen kräftig an. So verbinden sich die Wurzeln besser mit der Erde und die Pflanze kann sich schneller besser mit Wasser aus dem Boden versorgen.
  3. Damit das Wasser beim Gießen nicht in alle Richtungen davonläuft, mache einen sog. Gießrand. Forme also beim Pflanzen einen kleinen Wall aus Erde um die Pflanze. Indem du innerhalb von in diesem Gießrand gießt, setzt sich hier die Erde und der Rand bleibt auch über die Zeit erhalten.

Mulchen

Mulchen meint das Bedecken des unbewachsenen Bodens mit organischem Material. Geeignetes Mulchmaterial ist zum Beispiel:

Durch das Bedecken des Bodens verhindert die Mulchschicht das Austrocknen des Bodens durch Verdunstung, aber auch durch den Wind. Außerdem wird beim Mulchen Humus aufgebaut, indem die Bodenlebewesen das organische Material zersetzen und umbauen. Dieser Humus ist nicht nur eine besonders nährstoffreiche Bodenschicht, sondern verfügt u.a. auch über besonders gute Wasserspeichereigenschaften. So hilft dir Mulchen gleich doppelt dabei, das Wasser im Boden zu halten und weniger gießen zu müssen.

Richtig gießen

Es gibt einige Gemüsepflanzen, wie z.B. Gurken, aber auch Paprika, deren Ertrag stark abhängig davon ist, dass sie ausreichend mit Wasser versorgt werden. Hier helfen die genannten Maßnahmen zwar, um die Pflanze am Leben zu halten, aber sie wird kaum Früchte tragen, wenn sie nicht trotzdem regelmäßig mit Wasser versorgt wird (ja, ich habs getestet…). Deswegen ist es eben wichtig, so viel Regenwasser wie möglich aufzufangen und dir eine gute Gießtechnik anzugewöhnen.

Gießen klingt so einfach und doch kannst du hier nochmal einiges dafür tun, dass das Wasser auch wirklich bei den Wurzeln ankommt und nicht ungenutzt verdunstet oder sogar deine Pflanzen schädigt.

  1. Du solltest möglichst nah an der Wurzel gießen, so dass das Wasser gut von der Pflanze aufgenommen werden kann. Gieße deshalb wann immer möglich ohne Tülle nah am Stiel der Pflanze. Wenn du einen Gießrand um deine Pflanzen gebildet hast (s.o.) machst du es automatisch richtig.
    Vermeide außerdem, über die Blätter zu gießen. Das Wasser wirkt wie ein Brennglas und sie können sonst durch die Sonneneinstrahlung verbrennen.
  2. Gieße lieber seltener, dafür aber langsam und durchdringend mit 10-20 l/m². So gelangt das Wasser auch in die tieferen Bodenschichten und benetzt nicht nur die Erdoberfläche, wo es schnell wieder verdunstet.

Bei der Frage, wann gegossen werden sollte, scheiden sich die Geister. Einig ist man sich, dass nicht mittags gegossen wird. Da ist es im Sommer zu heiß, so dass das Wasser zu schnell verdunstet und wenn die Sonne auf evtl. nass gewordene Blätter scheint, verbrennen diese. Damit bleiben zwei Möglichkeiten: morgens gießen oder abends gießen.

Ich gieße am liebsten morgens (auch wenn das evtl. mal früheres Aufstehen bedeutet). Das Wasser hat Zeit, zu versickern, bevor der Boden sich aufheizt und die Pflanzen starten gut versorgt in die Hitze.

Ähnlich kannst du auch abends argumentieren, dass die Pflanzen nach der Hitze des Tages besonders viel Wasser aufnehmen können. Ein deutlicher Nachteil am abendlichen Gießen ist aber, dass Schnecken abends und nachts unterwegs sind und sich sehr über den feuchten Boden freuen. Wenn du hingegen morgens gießt, wenn die Schnecken sich gerade verkriechen, kann der Boden abtrocknen, bis sie sich abends wieder aus ihren Verstecken trauen und der Bereich um die Pflanzen wird etwas unattraktiver.

Wasserversorgung im Topf und auf dem Balkon

Der Nachteil von Topfkulturen und dem Anbau von Pflanzen auf dem Balkon ist definitiv die Wasserversorgung. Während sich die Pflanzen im Beet mit guter Wurzelbildung auch Wasser aus tieferen Bodenschichten erschließen können, fehlt diese Möglichkeit Pflanzen im Topf, aber auch im Hochbeet. Durch die begrenzte Größe der Gefäße können sich die Wurzeln nur begrenzt ausbilden und in der verhältnismäßig wenigen Erde in Pflanzgefäßen kann sich kein vergleichbarer Wasserspeicher ausbilden, wie im Boden. Hinzu kommt, dass sich die Pflanzgefäße durch Sonneneinstrahlung erwärmen, wodurch die Erde leichter austrocknet.

Was kannst du also tun, um auch auf dem Balkon etwas seltener Gießen zu müssen?

Ich hoffe, du konntest einige Impulse und Ideen für deine nachhaltigere Gartenbewässerung mitnehmen. Erzähle gerne auch, wie du deinen Garten gestaltest, um weniger zu gießen und vor allem auch auf Trinkwasser zum Gießen zu verzichten.

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