Saatgut richtig lagern: So gehts

Saatgut ist für den Gärtner ein besonders wertvolles Gut – vor allem natürlich das selbst gesammelte.
Deshalb ist es wichtig, sorgsam mit den Samen umzugehen und sie so aufzubewahren, dass sie ihre Keimfähigkeit möglichst gut behalten.

Worauf du bei der Lagerung deines Saatguts achten solltest und welche Möglichkeiten zur Aufbewahrung es gibt, habe ich in diesem Artikel zusammengefasst.
Außerdem findest du ein kleines Tool zur Organisation deiner Saatgutsammlung.

Inhalt

SAATGUT UND SEINE KEIMFÄHIGKEIT

Die Keimfähigkeit ist die Fähigkeit des Saatguts, dass sich aus dem Samen eine Pflanze entwickelt. Die Keimfähigkeit bestimmt also, wie lange Saatgut „haltbar“ ist bzw. wie lange Saatgut sinnvollerweise gelagert werden kann.

Der Samen enthält alle nötigen Informationen, aber vor allem auch Nährstoffe, die benötigt werden, bis sich die Pflanze schließlich durch ihre Wurzeln und Photosynthese selbst ernähren kann. Geschützt werden diese wichtigen Inhaltsstoffe durch die Samenschale.

Warum Saatgut mit zunehmendem Alter an Keimfähigkeit verliert, hängt damit zusammen, dass die Inhaltsstoffe während der Lagerung abgebaut, aber bei unsachgemäßer Lagerung auch beschädigt werden. 

Wie lange die Samen keimfähig bleiben, ist aber nicht nur abhängig von der Art der Lagerung, sondern auch sehr stark abhängig von der Sorte. Während die Samen von Zwiebelgewächsen wie Pastinaken bereits nach 2-3 Jahren stark an Keimfähigkeit verlieren, bleibt sie bei anderen Samen, wie denen von Fuchsschwanzgewächsen (z.B. Rote Bete oder Mangold) über 10 Jahre erhalten.

Keimfähigeit = Fähigkeit, dass aus einem Samen eine Pflanze wächst.

Die Keimfähigeit ist abhängig von
- Lagerung
- Sorte

KEIMFÄHIGKEIT TESTEN

Mit Hilfe einer sog. Keimprobe kannst du testen, ob bzw. wie gut dein Saatgut noch keimfähig ist.
Das ist vor allem bei eher altem Saatgut sinnvoll und kann dir einige Enttäuschungen ersparen.

Keimprobe:

  • 10 Samen des zu testenden Saatguts auf einem Schälchen oder in einer Dose auf Küchenpapier auslegen
  • gut anfeuchten und feucht halten (z.B. in einer Dose mit Deckel oder mit einem Tellerchen abdecken, bei Lichtkeimern z.B. Frischhaltefolie nutzen)
  • regelmäßig kontrollieren
  • Keimquote ausrechnen: 1 gekeimter Samen entspricht 10 %
  • entscheiden, ob du das Saatgut (trotzdem) aussäen willst

WIE DU DEIN SAATGUT RICHTIG AUFBEWAHRST

Worum es bei der richtigen Aufbewahrung von Saatgut also geht, ist die Keimfähigkeit so gut es geht zu erhalten.

Damit die Samen keimfähig bleiben, brauchen sie die richtigen Bedingungen:

  • Die Samen benötigen Wasser, um zu quellen und aus ihrem Überdauerungszustand in die Keimphase überzugehen. Soll das Saatgut lange halten, muss es also trocken gelagert werden.+
  • Um die Keimruhe zu beenden benötigen die meisten Samen einen Kälte- oder Wärmereiz. Die Lagerung bei stabilen kühlen Temperaturen ist also optimal.
  • Achtung Schimmelgefahr v.a. bei selbst gewonnenem Saatgut: ist das Saatgut noch nicht richtig gut durchgetrocknet, könnte es schimmeln. Luftdurchlässige Behälter wie Papiertüten eignen sich deshalb besonders gut.

Richtig verpackt im unbeheizten Schlafzimmer ist beispielsweise ein guter Ort zur Lagerung deiner Gemüse- und Blumensamen, das feuchte und nicht sehr temperaturstabile Gartenhäuschen weniger.

Für die Verpackung der Samen eignen sich z.B. (selbst gefaltete) Tüten aus Papier.
Ebenfalls geeignet für die Verpackung der Samen sind Briefumschläge. Vor allem als Aufbewahrung für die Tomatensamen auf Küchenpapier (mehr dazu hier) oder größere Samen wie z.B. Erbsen ist diese Variante gut geeignet.

Die einzelnen Tüten und Umschläge werden anschließend gesammelt und beispielsweise in einer Kiste oder einem Karteikasten verpackt. So sind sie lichtgeschützt und nichts geht verloren.

SAATGUTTÜTEN BASTELN

Eine einfache, ressourcenschonende und gut geeignete Verpackung für dein Saatgut sind selbst gefaltete Tüten aus Papierresten oder Schmierpapier.
Im Internet finden sich zahlreiche Anleitungen. Diese Variante lässt sich durch Einstecken der Lasche verschließen und ist ziemlich schnell gemacht.

Solche Papiertüten kannst du ganz nachhaltig aus Altpapier basteln. Ich habe für meine Tüten einseitig bedruckte DIN A4-Seiten verwendet (auf diese passen meine Stempel perfekt). Es geht aber auch beispielweise mit Zeitungspapier, bunten Papieren,…

SAATGUT ORGANISIEREN

Um dir den Überblick zu erleichtern und langes Suchen zu ersparen, ist es eine gute Idee deine Samen zu sortieren.
Wonach du sortierst, hängt von dir ab:

  • alphabetisch:
    Wenn du einen Überblick hast, wann was ausgesät wird (z.B. im Gartentagebuch), ist das die einfachste Art der Sortierung.
  • nach Aussaatzeitpunkt:
    z.B. als rollierendes System. Du kannst nach jeder Aussaat die Samen zum nächstmöglichen Aussaattermin einsortieren und behältst so den Überblick.
  • nach Pflanzenfamilie:
    Wenn du in Mischkultur gärtnerst, aber keinen festen Plan nutzt.

Als Hilfe zur Sortierung kannst du ein Register nutzen – sowohl in einer Kiste, einem Karteikasten, als auch in einem Ordner.
Mit dieser Druckvorlage für dein Saatgutregister machst du es dir leicht.

ÜBERBLICK ÜBER DEN SAATGUTVORRAT BEHALTEN

Auch wenn deine Samentüten ordentlich verstaut sind, ist es manchmal gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten, wovon noch wie viel Saatgut da ist.

Deshalb habe ich mir eine Tabelle zur Organisation meines Saatgutes erstellt. Darin kann ich immer sehen, welche Sorten noch da sind und welche ich nachkaufen muss.

Mit Hilfe der Sortierfunktion nach dem Aussaatzeitpunkt kannst du sofort sehen, welche Aussaaten jetzt anstehen und vor allem auch, ob die Samen dafür vorhanden sind.

Natürlich kannst du die Tabelle noch nach deinen Bedürfnissen ergänzen (z.B. Pflanzenfamilien, Link zum Nachbestellen etc.).

Hier bekommst du die Liste für mehr Ordnung in deinem Saatgutvorrat für 0 € zum Herunterladen.

BESCHRIFTUNG DER SAMENTÜTEN

Denke unbedingt daran, deine Samentüten gut zu beschriften.
Egal, ob das Saatgut für dich oder zum Tauschen gedacht ist, ist eine gute Beschriftung wichtig.

Zum einen weiß so jeder auch noch im nächsten Jahr bei der Aussaat, was das eigentlich für Samen sind. Zum anderen ersparst du dir damit jede Menge Arbeit, wenn du nicht jedes mal wieder erst nachschlagen muss, wann und wie die Samen gesät werden sollen.

Diese Informationen gehören auf deine Samentütchen:

  • Pflanze + Sorte
  • Aussaatzeitpunkt, Pflanzzeitpunkt & ggf. Erntezeitpunkt
  • evtl. Abstände & Saattiefe
  • ggf. Besonderheiten
  • wann wurde das Saatgut gesichert

BESCHRIFTUNG LEICHT GEMACHT: STEMPEL FÜR SAATGUTTÜTEN

Weil das Beschriften der Samen etwas nervig und zeitraubend sein kann, habe ich einen weiteren kleinen Helfer entwickelt: Stempel mit denen du dein Saatgut mit wenig Aufwand und in einem schönen einheitlichen Look beschriften kannst.
Einfach stempeln, ankreuzen oder ausfüllen und alles wichtige ist festgehalten.
Die Stempel eignen sich durch die unterschiedlichen Motive sowohl für Nutzpflanzen als auch für Zierpflanzen.

Du kannst entweder direkt auf die Tüten stempeln oder ein weißes Papier als Etikett bestempeln. Dieses kannst du entweder auf bunte Tüten oder auf deine Gläser kleben.

Die Saatguttüten-Stempel findest du hier.

Wofür du die Stempel noch nutzen kannst:
Lege dir doch eine Übersicht über deine Lieblingssorten an: Stemple dazu z.B. in dein Gartentagebuch und fülle alle wichtigen Informationen aus. Ergänze mit Beobachtungen, die du zu den einzelnen Sorten gemacht hast.

Über weitere Ideen freue ich mich. Schicke mir gerne ein Foto oder teile sie auf Instagram und verlinke mich @einbisschengarten

Und jetzt viel Freude beim Saatgut Sortieren, Tauschen und Verschenken.

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